Entstehung des Schlosses

Bereits im 9.Jh. schenkte der fränkische König  das Gebiet von Rossatz dem bayrischen Benediktinerstift Metten, ein damaliges Reichskloster, dessen Vögte dann im 11.Jh. über das Stift als Eigenkloster verfügten. Die Vögte zogen also die Herrschaftsinhabung des Klosters an sich und beschränkten sich auf die Bewirtschaftung der Eigengüter.  Die Herrschaftsgerechtsame über den Rossatzer Besitz konnten die Vögte jedoch nicht lange bei sich behalten, sondern verteilten sie als Lehen an Adelsfamilien. Diese Vergaben wurden dann von den Habsburgern fortgesetzt.

Die räumliche Ausdehnung des Rossatzer Gebietes im 13. Jh. erstreckte sich in einem Ausmaß von rund 15 km², wovon heute noch cirka 80% aus Wald und Auland bestehen. Aufgrund der geringen Fläche und aufgrund der bevorzugten Rechtsstellung der Rossatzer Untertanen, die sich durch sehr geringe Abgaben auszeichnete, konnte ein Aufbau einer größeren Herrschaft nicht gelingen. Die Ursache dafür liegt in einem unzureichenden Ausmaß an Eigengründen. Aus diesem Grund mussten die Herrschenden jede Möglichkeit zur Einkunftssteigerung nutzen und verzichteten dabei nicht auf eine Steigerung der Untertanenlasten, was zu einem ständigen Spannungsverhältnis führte. Außerdem musste sich die Rossatzer Herrschaft mit den benachbarten Herrscherfamilien verbünden, etwa mit Dürnstein, Hohenegg, Ottenstein am Kamp und zuletzt Mautern. Jene Herrschaftsinhaber hielten sich aber nur zur Jagd und zur Weinlese und deren Überwachung auf Schloss Rossatz auf. Augrund dieser Umstände hielt sich die Ausstattung des Schlosses Rossatz als Herrschaftssitz eher bescheiden.

Im 13. und 14. Jh. unter der Herrschaft der Kuenringern sollten mehrere Maßnahmen erfolgen, um die Herrschaft in Rossatz zu festigen. Der Ort wurde im Bereich des Marktes ausgebaut, der Kirchenplatz wurde gebaut und auch das Herrschaftsgebäude sollte errichtet werden.

Im 16. Jh. entwickelte sich das Schloss Rossatz dann zum einzigen niederösterreichischen Landsitz der Familien Geymann und Lamberg und war für den Unterhalt der Herrschaftsinhaber zuständig. Darüber hinaus übernahm Rossatz die Versorgung der städtischen Hofhaltung Wiens mit Lebensmittel, Wein und Brennholz. So erfolgte in diesem Zeitabschnitt auch eine dem Adel würdigere  Ausstattung des Schlosses.

Die Herrschaftserträge von Rossatz sollten jedoch nie ausreichen, um den Ansprüchen einer hochadeligen Hofhaltung zu genügen, was zu hohen Verschuldungen, Verpfändungen Zwangsverwaltungen und Konkursen führte. So ersteigerte 1768 Probst Dominikus des Chorherrenstiftes Dürrnstein die Herrschaft, was aber nicht bedeutete, dass Rossatz wieder in geistlichen Besitz gelangen sollte. Die damalige Hofresolution untersagte eine Vermehrung von kirchlichen Gütern. So wurde die Herrschaft dem Grafen Schönborn-Puchheim zugesprochen, der sich bereits einen Herrschaftskomplex rund um Rossatz erkauft hatte und die Verwaltung des Schlosses nach Mautern verlegte. So war das Rossatzer Schlossgebäude funktionslos und  wurde bis heute baulich nicht mehr verändert.